#Filmreifes #Branding: Vine und Instagram Videos als Marketing Instrument

9. Januar 2015
Bettina Eder
Instagram Vine

Instagram Vine

 

6 Sekunden bedeuten die ganzen Welt ‒ jedenfalls im Video Sharing Portal Vine. Vine steht für Video Network und erlaubt seinen mittlerweile 40 Millionen Usern das ‒ und nur das ‒ was der Name verspricht: das Sharen von Kurzvideos. Das Spannende dabei: die Shortvideos sind extrem einfach zu produzieren und zu teilen.

 

 #vine #instagram

Im deutschsprachigen Raum ist das Portal Vine noch relativ unbekannt. Anders in den USA. Dort explodieren die Zahlen und die Kreativität der User. Der unbekannte Isaiah Cooper dokumentierte seine monatelange Tour über die Appalachen und zig tausende folgten ihm binnen kürzester Zeit mittels seiner Videos. Top-Vine User ist übrigens ein bis dahin unbekannter 16-jähriger, der mit seinen witzigen Videos seine über 10 Millionen Follower täglich zum Lachen bringt. Andere wiederum führen ihre coolsten Tanzmoves vor, geben Tipps zum Flaschenöffnen ohne Flaschenöffner, zeigen ihre Skateboard fahrenden Hunde oder filmen den Touchdown vom wichtigen Meisterschaftsspiel … egal ob Schnappschüsse oder zusammengestellte Kurzvideos, die User lernen immer mehr mit der vergleichsweise jungen App umzugehen.

Der Ableger von Twitter ist erst Mitte 2012 online gegangen. Aufgrund des durchschlagenden Erfolges (Siehe Grafik unten von Mashable) zog Instagram-Eigentümer Facebook mit Instavideo ein Jahr später nach. Bis dahin war Instagram eine reine Foto-Sharing Plattform. Jetzt sind Videos mit einer Maximallänge von 15 Sekunden uploadbar. 150 Millionen User tummeln sich aktuell auf dieser Plattform, die täglich etwa 20 Millionen Bilder/Videos sharen.

vinevorteile

#Unternehmen #viral #Entdeckungstour

Doch die Kurzfilme von Vine und Instagram sind nicht nur bei Privatanwendern beliebt, sondern gelten auch im Marketing als der neue Trend in Sachen virale Verbreitung. Denn wo so viele (potenzielle) Kunden sind, da sind auch clevere Unternehmen, Organisationen und Promis nicht weit. Redbull, Nike, Samsung, Dunkin Donuts, Ford, Coca-Cola und viele andere Unternehmen sind bereits auf Vine aktiv. Die NBA wurden postet dort den 3-Punkte-Wurf des letzten Meisterschaftspiels, McDonalds spielt mit Figuren aus Pommes.  Drehbuchautor und Filmemacher Brian Koppelmann gibt seinen Followern Schreibtipps und das Magazin US Weekly postet die besten Szenen quasi live hinter den Kulissen der Emmy-Verleihung. Auf Instagram gibt’s kleine Filmchen mit den neuesten Stücken von Victorias Secret und GAP, Jamie Oliver kocht seinen Fans etwas vor,  das neue Mercedes Modell zeigt seine Spursicherheit und der amerikanische Sportschuh-Ausstatter Vans lässt Chewbacca aus Star Wars skateboarden.



 

#erfolgsfaktoren #videosharing

Trotz dem Video-Sharing-Dominator Youtube sind Vine und Intavideo gewachsen und haben nicht nur private sondern auch kommerzielle und institutionelle Nutzer angezogen. Warum?

#trend #video

Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage machen 55 Prozent der Smartphone User mit ihren Geräten nicht nur Fotos, sondern auch Videos. Videos sind noch emotionaler wie Bilder. Im Besonderen treffen die Kurzvideos den mobilen Zeitgeist: sie sind leicht und überall konsumier- und produzierbar. Die Aufmerksamkeit bei Kurzfilmen ist aufgrund der alltäglichen Reizüberflutung höher. Das Nutzungsverhalten ist nach wie vor im Wandel. Wir werden mit unseren Smartphones und Tablets immer mobiler. Das zeigte auch die letzte große Studie zur Mediennutzung.  Mehr als die Hälfte alle Onliner in Deutschland, Österreich und der Schweiz geht mobil ins Internet, Digital Commerce boomt. Tendenz steigend.

#günstig #einfach #schnell

Anders als bei längeren Werbespots oder Youtube-Videos sind die Herstellungs- und Investitionskosten der Shortfilms niedrig. Ein Smartphone mit Kamerafunktion reicht aus. Und nicht zuletzt überzeugen beide Plattformen auch durch die ihre Schnelligkeit und Einfachheit. Denn die Vine-Entwickler haben das Prinzip von Twitter übernommen: Die Reduktion auf das Wesentliche. Die App ist nicht nur optisch radikal einfach, sondern auch die Technik der Videoproduktion simpel. Die Handyvideos müssen nicht umständlich mit einer eigenen Bearbeitungs-App zusammengeschnitten werden, sondern alle Arbeitsschritte werden zusammengeführt. Beide Programme liefern Funktionen, die das Endergebnis verändern und verbessern. In wenigen Sekunden bis Minuten ist der Clip fertig und aufgrund der kleinen Datenmenge auch gleich online und bereit zum Sharen.

#videoproduktion #vine #instagram #gemeinsamkeiten

Sowohl mit Vine als auch mit Instagram gestaltet sich die Filmproduktion sehr einfach. App herunterladen, öffnen, Kamerasymbol wählen, losfilmen. Ein Balken zeigt dabei an, wie viel der zur Verfügung stehenden Zeit schon verbraucht ist.  Die Aufnahme stoppt sobald der Filmer nicht mehr auf den Videobutton (bei Instagram) oder den Aufnahmebereich (bei Vine) drückt. Ein Schnitt wird eingefügt. Danach kann weitergefilmt oder das Video gespeichert werden. Spätestens nach sechs – bei Vine ‒ bzw. 15 Sekunden Filmzeit bei der Konkurrenz ist aber jedenfalls Schluss.

#nachbearbeitung #vine #instagram #unterschiede

Instagram setzt allerdings verstärkt auf die Nachbearbeitung. Man kann aus 13 verschiedenen Filtern wählen, das Titelbild kann austauscht werden. Bei Vine allerdings gibt es keine Möglichkeit, die erstellten Kurzfilme nachträglich zu bearbeiten. Dafür punktet die App mit der Fadenkreuzfunktion beim Drehen und der Ghost Funktion, zum perfekten Zusammenspiel einzelner Sequenzen. Einmal aktiviert wird immer das letzte Bild der vorherigen Sequenz leicht durchscheinend eingeblendet. Ein weiteres Plus von Vine:  Das  Video kann in mehreren Sessions gefilmt werden. Die einzelnen Sequenzen können „für später gespeichert“ werden. Damit können in der knapp bemessenen Filmzeit mehrere Szenen gezeigt werden. Bei Instagram kann das Video zwar unterbrochen werden, jedoch beim Schließen der App wird das Video als gesamtes gelöscht bzw. abgespeichert.

#veröffentlichung #beschriftung #hashtag

Zu Videos auf beiden Plattformen können Hashtags sowie Beschriftungen hinzugefügt werden, bei Vine existiert außerdem Twitters Follower- sowie Hashtag-System. Anschließend ist die Verbreitung über das Vine- oder Instagram-Netzwerk und weitere soziale Netzwerke möglich. Zusätzlich gibt es bei dem Twitter-Ableger die Möglichkeit, Beiträge direkt mithilfe der App zu teilen und sogar einzubetten.

#videomarketing #vorteile #sichtbarkeit #messbarkeit #SEO

Immer mehr Unternehmen setzten neben Facebook und Twitter auch auf Short-Clips mit Vine und Instagram. Vine Videos unterstützen den verknüpten Twitter-Account. Die Filmchen, die über Twitter verbreitet werden, erregen im Newsfeed wesentlich mehr Aufmerksamkeit. Sie werden auch viel häufiger angeklickt als „normale Feeds“. Mehr Links und mehr Klicks erfreuen wiederum den SEO-Manager.

Zudem gibt es bei Vine den „loop-Bonus“. Man sieht nicht nur wie viele das Video geliked haben, sondern wie viele es gesehen haben. Der Loop-Counter zählt automatisch mit, jedesmal wenn das Video abgespielt wird.

#ideen #storytelling

Die Umsetzung ist also einfach, bleibt nur mehr der Content. Denn an dem liegt es, um Leads zu generieren und die Kunden an die Marke zu binden. Mit welchen Inhalten kann man die Marke „vermenschlichen“  um mehr Menschen ansprechen?

Hier gelten die klassischen Social Media Marketing-Regeln: Sie müssen ihre Follower zum Sharen also Teilen Ihres Contents bringen. Doch wie sieht ein Video aus, dass das Potenzial zum Sharen hat? Ein reines Verkaufsvideo wohl eher nicht. Überlegen Sie selbst, welche Videos Sie mit ihren Freunden teilen würden. Etwas zum Lachen und zum Staunen oder die einstudierten Werbesätze des bezahlten Verkäufers? Die Werbung hat‘s vorgemacht. Die Werbespots, die die virale Schallmauer durchbrachen, glänzten mit kreativem – meist witzigem – Storytelling.  Ihre Videos sollten also nicht trocken ums eigene Produkt gehen.

Kreativität ist gefragt – und das in kürzester Zeit:  6 bzw. 15 Sekunden müssen für Ihre Geschichte reichen.  Einfacher wird es, wenn sie in eine oder mehrere der folgenden Richtungen denken. Denn Folgendes zieht bei den meisten Usern:

  • Neugier – Machen Sie ihre Follower neugierig auf ihre neuen Produkte oder Services. Ein Teaser, ein „How-To“ Video bauen Spannung auf.
  • Feiertage – Lassen Sie die Feiertage hochleben. Lustige Weihnachtsvideos, Halloween-Späße oder herzige Valentinsvideos werden gerne geteilt!
  • Bildung – Nutzen Sie jede Chance Ihre Follower mit faszinierenden Dinge zu lernen. Menschen wollen Videos, die nützlich und unterhaltend sind.

  • Backstage – Lassen Sie ihre Follower hinter die Kulissen Ihrer Büros oder Ihres Shops schauen!
  • Wettbewerbe – Laden Sie Ihre Follower zu einem Wettbewerb ein!
  • Geschichte – Posten Sie zu aktuellen Themen oder Wissenswertes aus der Geschichte! Nutzen Sie etwa Todes- oder Geburtstage bekannter Persönlichkeiten.  Ein lustiges Video mit Ihren Smartphones zum Geburtstag von Telefonerfinder Bell oder Ihr eigener Songcontest zum anstehenden Songcontest in Wien?
#tipps #socialnetworking

Doch kreative, unterhaltende Videos alleine reichen nicht aus um eine Community für Ihre Marke zu bilden und auch langfristig zu binden.

  • Denken Sie „Community“ – Alle Social Networks sind keine Einbahnstraßen. Je mehr man selbst daran teilnimmt und kommuniziert, desto besser!
  • Nutzen Sie #hashtags! ‒ Die Audience muss Ihren Content auch nach ihren eigenen Interessen finden können!
  • Posten Sie regelmäßig! – Wie oft genau hängt von Ihrem Unternehmen und Zeit ab. Denn hier gilt Qualität vor Quantität. Wie oft können Sie guten Content liefern??
  • Nutzen Sie Fremdcontent! ‒ Teile guten Content mit deinen Follower!

 

Und jetzt: Film ab!

Die App ist für IOS und Android im jeweiligen Store downloadbar!

 

Quellen und Infos:
  • Aar.ae. aar.ae. http://arr.ae/video-marketing-with-vine-and-instagram/.
  • baldus, franz-josef. http://www.socialmedia-koeln.de/vine/11-gruende-fuer-vine-instagram-kurzvideos-als-marketinginstrument/.
  • BITKOM. „Bitkom.“ Bitkom. 18. 7 2014. http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Presseinfo_Smartphone-Kameras_18_07_2014.pdf.
  • Instagram, Wikipedia. de.wikipedia.org/wiki/instagram
  • Basis für die Daten zur Smartphone-Kameranutzung in verschiedenen Situationen ist eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ARIS im Auftrag des BITKOM aus dem Jahr 2013. Befragt wurden damals 1.004 Personen ab 14 Jahren.
  • DACH Studie von IAB Österreich, BVDW, IAB Schweiz, 21. Mai bis 4. Juni 2014, Online Panel Access, n=3.120; online-repräsentativ nach Alter und Geschlecht
  • Mashable.com.  http://mashable.com/2014/07/16/vine-build-brand/.
  • Socialmediaexaminer.  www.socialmediaexaminer.com.
  • Studie, Mediennutzungsverhalten –. IAB-Austria .  http://www.iab-austria.at/research/iab-mediennutzungsstudie-dach-2014/.
  • Unbounce.com. http://unbounce.com/online-marketing/video-marketing-guide/.
  • Vine. www.vine.co. vine.co,
  • Vine, Wikipedia. de.wikipedia.org/wiki/vine
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3 Comments. Leave new

ohne vine und instagram geht nix !!!

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Sehr informativ!

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kundentests.com
5. August 2015 7:19

Durch die Kanäle erreicht man so viele User, da bietet es sich ja förmlich an. Interessanter Beitrag, vielen Dank.

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